Bereits vor 2000 Jahren wurde die Erdnuss in Brasilien angebaut. Etwa im 17. Jahrhundert gelangte die Erdnuss über den großen Teich bis nach Afrika. Erdnüsse benötigen ein warmes, sonniges Klima, um sich gut zu entwickeln. Deshalb sind Erdnüsse in den Hauptanbaugebieten Westafrikas, Nord- und Südamerikas sowie im asiatischen Raum zu finden.

Rund 50 % aller angebotenen Erdnüsse weltweit stammt aus den USA und zwar überwiegend aus Alabama. Im asiatischen Raum liefern Indien und China 4 % der weltweit angebotenen Erdnüsse, wobei der größte Anteil der produzierten Nüsse zu Erdnussöl verarbeitet wird.

Die EU, Japan und Kanada sind die Hauptabnehmer des indischen und chinesischen Erdnussöls. Im europäischen Raum werden Erdnüsse nicht gewerblich angebaut, doch eine Anzucht zuhause ist in warmen Regionen Deutschlands oder im Hobby-Gewächshaus durchaus möglich.


Gewerblicher Anbau der Erdnuss

Im professionellen Erdnussanbau senken sich die Blütenstängel nach der Befruchtung zur Erde ab. Dort schlagen sie Wurzeln und bilden unterirdisch Erdnüsse aus. Erdnüsse sind streng genommen keine echten Nüsse, sondern gehören zur Gattung der Erbsen. Zwischen zwei und sechs Früchte sind in einer Erdnuss zu finden. Zum Erntezeitpunkt wird die komplette Pflanze aus der Erde gehoben und die Erdnüsse aus dem Wurzelwerk herausgeholt.

Ist das Ziel die Herstellung eines Erdnussöls in Bio-Qualität, läuft die Weiterverarbeitung fast komplett manuell ab. Weder Druck noch Wärme oder andere Zwangsmaßnahmen dürfen zum Einsatz kommen. Bei der Herstellung raffinierten Erdnussöls, das besonders zum Frittieren geeignet ist, wird es verfahrenstechnisch mit Hitze behandelt.

Angebot von Erdnüssen in Deutschland

Erdnussbutter

Erdnussbutter wird auch in Deutschland immer beliebter. Bildquelle: inewsfoto / Shutterstock.com

Erdnüsse werden bei uns geröstet oder gesalzen angeboten. Außerdem sind sie unbehandelt zum Direktverzehr, verarbeitet in Kuchen, Plätzchen, Müsli und anderen Lebensmittel zu haben. Es gibt:

  • Erdnüsse zum Direktverzeht
  • Erdnuss-Aufstrich,
  • Erdnuss-Butter,
  • Erdnusssauce und
  • Erdnuss-Dips.

Für die vegane Ernährung liegen Erdnüsse ebenfalls im Trend. Erdnussöl selbst macht nur einen geringen Anteil des Angebots in deutschen Supermarktregalen aus. Während im asiatischen Raum ein Verzicht auf Erdnussöl undenkbar ist, erobert das wertvolle Naturprodukt bei uns Stück für Stück den Markt. Immer mehr Verbraucher profitieren von den günstigen Eigenschaften des Erdnussöls.

Man darf allerdings nicht vergessen, dass Erdnüsse eine Lebensmittelallergie auslösen können. Diese kann sogar lebensbedrohlich sein, wenn sie nicht rechtzeitig erkannt und behandelt wird. Menschen, die von einer Erdnuss-Allergie betroffen sind, sollten im Alltag möglichst ganz auf den Verzehr verzichten. Obwohl die hochwertigen Erdnussöle vor dem Verkauf intensiv gereinigt und gefiltert werden, können dennoch Rückstände des allergieauslösenden Proteins im Öl sein. Aus diesem Grund ist von dem Genuss abzuraten.

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Erdnüsse im Hausgebrauch

Erdnussöl kann man nicht selber herstellen. Dazu ist ein aufwändiges und professionelles Verfahren notwendig, da mittels Kaltpressung das Öl aus den Nüssen herauslöst werden muss. Allerdings kann aus unbehandelten Erdnüssen ein Erdnussbutteraufstrich in der eigenen Küche zubereitet werden. Hierzu verwendet man zum Beispiel 250 g Erdnüsse und 20 ml Erdnussöl oder Sonnenblumenöl. Zur Geschmacksverfeinerung fügt man Salz oder Honig hinzu. Die Erdnussbutter lässt sich zu geschmeidiger Erdnusscreme oder –soße verarbeiten, wenn der hinzugefügte Ölanteil erhöht wird.

Bio Erdnussöl

Wem bei seinem Erdnussöl Qualität besonders wichtig ist, sollte zu Bio Erdnussöl greifen. Hier wird sichergestellt, dass die Erzeugnisse nur den höchsten Kriterien entsprechen, worunter etwa fällt, dass die Hülsenfrüchte nur aus kontrolliert biologischem Anbau stammen dürfen und eine Nachbehandlung ausgeschlossen ist. Außerdem werden Bio Erdnüsse kalt gepresst. Somit werden bei der Verarbeitung keine wichtigen Inhaltsstoffe verbrannt, was andernfalls einen Verlust an Geschmack und Wirkung nach sich ziehen würde. Auch achten Bio Bauern darauf, kaum Sauerstoff an die Nüsse zu lassen, damit das Öl nicht oxidiert und die Qualität beeinträchtigt.

Kochen und Frittieren mit Erdnussöl

Frittieren mit Erdnussöl

Man kann aufgrund des hohen Siedepunktes auch Erdnussöl zum Frittieren nehmen – so schmeckts auch gleich besser und ist sogar noch gesünder! Bildquelle: Y Photo Studio / Shutterstock.com

In der deutschen Küche wird das Öl nur selten verwendet. Dabei bringt es alle Eigenschaften mit, die zum Braten und Frittieren nötig sind: Es hat einen hohen Siedepunkt und ist dazu noch gesund. Erdnusöl eignet sich also sehr gut zum Erhitzen. [1]

Ob es schon heiß genug ist, lässt sich übrigens mit einem kleinen Trick herausfinden: Einfach einen Tropfen Wasser in die Pfanne geben. Verdampft es sofort, kann gekocht werden.

Darüber hinaus gibt es auch noch verschiedene Varianten, die sich geschmacklich unterscheiden. Möchte man, dass das Essen wirklich nach Erdnussöl schmeckt, sollte es nativ sein. Raffiniertes Erdnussöl wirkt dagegen dezenter.

Erdnussöl ist in der asiatischen Küche ein Must-have. Mit ihm wird frittiert, gebacken und gekocht. Die Zubereitung von Wokgerichten im Erdnussöl ist ebenso an der Tagesordnung, wie das Frittieren von Fisch und anderen Meeresfrüchten. In Verbindung mit Honig lässt sich aus Erdnussöl übrigens ein besonders schmackhaftes Dressing für einen klassischen Salat herstellen. Wird dieser zusätzlich mit unbehandelten Erdnüssen garniert, ergibt sich ein ausgezeichnetes und gesundes Essen.

Mit Erdnussöl massieren

Das Erdnussöl eignet sich auch als Massageöl, da es sowohl gleitfähig als auch kalt gepresst wird und so ähnliche Eigenschaften hat wie die für diesen Zweck beliebten Mandelöl, Hanföl oder Weizenkeimöl. Was das Erdnussöl ihnen voraus hat, ist die hohe Ergiebigkeit, die durch die gute Viskosität bedingt ist. Es reichen nämlich schon ein paar Tropfen aus, um den gesamten Körper damit einzureiben. Ein weiterer Vorzug: Es entwickelt kaum Eigengeruch, weswegen es auch in vielen Massagepraxen Anwendung findet. Und möchte man doch, dass es nach etwas riecht, lassen sich durch den Zusatz von Aromaölen auch Duftnoten hinzufügen.

Das Öl hält sich über knapp 2 Jahre, sofern die Hinweise zur Lagerung beachtet werden. Es muss nämlich lichtgeschützt, dunkel und luftdicht untergebracht werden. Gerade wenn es direkten Einstrahlungen ausgesetzt ist, wird der Zersetzungsprozess gefördert und es entstehen Schlieren. Dass das Öl nicht mehr haltbar ist, macht sich durch einen ranzigen und verdorbenen Geruch bemerkbar.

Erdnussöl in der Naturheilkunde

In afrikanischen Ländern wird Erdnussöl schon lange in der Naturmedizin verwendet. Dort wird es beispielsweise zur Behandlung von Muskel- und Gelenkschmerzen eingesetzt. Als Zusatz in Salben schätzt man die schmerzstillende Wirkung und auch für die Darmgesundheit wird Erdnussöl gerne verwendet. Es reinigt den Darm nicht nur hervorragend, sondern regt auch die Verdauung an und sorgt für eine gesunde Darmflora. Dies wiederum hilft dem Körper, Nährstoffe besser aufnehmen zu können.

Es soll sogar einen Zusammenhang zwischen der Verwendung von Erdnussöl und einer Abnahme des Cholesterinwertes geben. Aufgrund des hohen Gehaltes an ungesättigten Fettsäuren und Triacylglyceriden, soll der Cholesterinspiegel bei der regelmäßigen Verwendung sinken. [2]

Erdnussöl in der Haut- und Haarpflege sowie Medizin

Erdnussöl für die Haare

Erdnussöl verhilft trockener Haut sowie trockenen Haaren wieder zu Feuchtigkeit. Bildquelle: LedyX / Shutterstock.com

Erdnussöl wird nicht nur zum Kochen, Braten oder Frittieren verwendet, sondern kommt auch als Hautpflegeprodukt zum Einsatz. Die Kosmetikindustrie hat sich inzwischen mit dem wertvollen Öl auseinandergesetzt und nutzt seine feuchtigkeitsbindenden Eigenschaften. Darüber hinaus hat Erdnussöl eine ganz besondere chemische Zusammensetzung, die selbst trockene und raue Hautpartien geschmeidig macht, was übrigens auch für das Haar gilt.

In der Medizin findet Erdnussöl ebenfalls seit langer Zeit Anwendung. Es wird in der Baby- und Kinderpflege verwendet und kommt auch in der Pflege von alten und kranken Menschen zum Einsatz. Hierbei ist jedoch immer sicherzustellen, dass die betreffende Person keine Erdnussallergie hat, denn bei manchen Menschen löst selbst minimaler Hautkontakt mit Erdnussöl allergische Reaktionen aus. [3]

Gesunde Haut mit Erdnussöl

Doch nicht nur im Körper entfaltet die Erdnuss ihre heilenden Kräfte. Schließlich wirkt sie ebenfalls auf die Haut wohltuend. Wird Erdnussöl aufgetragen, kommt es zur Aufweichung und die Inhaltsstoffe können selbst in schuppige und trockene Haut bis in die unteren Schichten vordringen. Dort wirken dann Öl-, Fett und Linolsäure, indem sie die Haut erneuern und glätten.

Der Effekt lässt sich meist auch schon nach nur wenigen Anwendungen beobachten. Allerdings verhält sich Erdnussöl nicht so wie Cremes, die schon nach Kurzem einziehen und benötigt hierfür etwas länger. So eignet sich das Öl bestens für schuppige Haut, die vor allem an gut sichtbaren Stellen ein großes Problem darstellt. Und auch besonders beanspruchte Stellen wie Lippenränder oder Ränder unter den Augen lassen sich so bestens behandeln. Schon nach kurzem entspannt sich die Haut, wirkt revitalisiert und ein eventueller Juckreiz lindert sich.

Gerade an den Füßen handelt man sich schnell kratzende Stellen ein, da die Hornhaut hier besonders stark wächst. Mit dem Erdnussöl lassen sich die Partien aufweichen und bestens auf eine Hornhautentfernung vorbereiten. Dies geschieht, indem man davor das Öl mit einer Hautcreme vermengt und mit der Fußmaske die Bereiche großzügig einschmiert.

Erdnussöl gegen Hautkrankheiten

Auch gegen Hautkrankheiten hilft Erdnussöl. Bei Ekzemen wird es mit dünnflüssigem Paraffin vermischt und auf die juckende, schuppende und trockene Haut aufgetragen. Diese Tinktur, die bis in die untere Lederhaut vordringt, schafft ebenfalls bei Neurodermitis, Schuppenflechte und juckender Altershaut Linderung.

Erreicht wird dies wie folgt: Bei solchen Krankheiten fehlt es der Haut maßgeblich an Feuchtigkeit. Sie wird ihr durch die rückfettende Wirkung zurückgegeben und außerdem wird der beschädigte Fettmantel wieder instandgesetzt. Gemeinsam mit dem Paraffin hüllt das Öl die Haut in einen schützenden Ölfilm. Dabei wirkt das Gemisch auch präventiv und verhindert einen weiteren Verlust von Flüssigkeit. Um dies aufrecht zu erhalten, empfiehlt es sich, alle zwei Tage zu baden und dabei Erdnussöl und Paraffin ins Wasser zu mischen.

Nebenwirkungen gibt es dabei nur wenige. So kann es beispielsweise zur Entzündung von Haarfolikeln kommen. Allerdings lässt sich dies leicht umgehen, sofern die Haut regelmäßig nach der Anwendung untersucht wird. Darüber hinaus sind einige wenige hochgradig allergisch gegen Erdnüsse. Dies wird aber so gut wie immer frühzeitig erkannt und die Betroffenen verwenden ohnehin keine Erdnussprodukte.

Einlauf mit Erdnussöl

Einlauf mit Erdnussöl

Darmeinläufe mit Erdnussöl sind besonders effektiv, da Erdnussöl aufweichende Eigenschaften wie fast kein anderes Öl besitzt. Bildquelle: nelen / Shutterstock.com

Bei hartem Stuhl ist schnelles Handeln gefragt. Schließlich wird Kot vom Darm immer weiter verdickt und das Ausscheiden wird nur noch schwerer. Dagegen gibt es zahlreiche pharmazeutische Produkte die aber auch nicht bei jedem Härtefall helfen. Ein Klistier, die wohl wirksamste Waffe gegen Verstopfung, mag unangenehm sein, schafft aber schnell und unkompliziert Abhilfe. Es wird dabei warmes Wasser in den Enddarm gegossen, das sich dort mit dem Stuhl vermengt, ihn auflockert und so leichter ausscheiden lässt.

Für ein noch besseres Ergebnis kann man dem Wasser noch andere Wirkstoffe wie Kaffee oder eben Erdnussöl hinzufügen. Letzteres weicht den Stuhl zusätzlich auf und triggert den Darm, selbst seine Funktion wieder aufzunehmen. Der Vorteil im Gegensatz zu vielen pharmazeutischen Produkten: Der Körper wird nicht belastet.

Erdnussöl gegen Depressionen und Verdauungsbeschwerden

Bei der Erdnuss ist es ein bisschen wie beim Wein: Nicht nur die Pflanze bestimmt den Geschmack, sondern auch der Boden. Je nach der Zusammensetzung und den Nährstoffen, schmecken die Nüsse auch anders. Und gerade weil die Hülsenfrüchte in so vielen verschiedenen Regionen angebaut werden, variiert deren Aroma stark. Was dagegen in jeder Erdnuss zu finden ist, sind zahlreiche Nährstoffe, die dem Körper gut tun wie etwa Vitamin B1, D und K. Außerdem stockt eine handvoll der kleinen Wundernüsse den Vorrat an Omega-3-Fettsäuren auf, denen neben der Vorbeugung von Krebs und der Linderung von Depressionen viele weitere heilende Wirkungen nachgesagt werden.

Durch diese stärkenden Inhaltsstoffe der Erdnüsse wird der Stoffwechsel im Körper reguliert und auch der Cholesteringehalt sinkt auf ein gesundes Level. Als Öl verarbeitet lässt sich die Erdnuss auf ein noch breiteres Gebiet anwenden. So findet es Verwendung

  • bei Verdauungsbeschwerden,
  • Blasenentzündungen,
  • Stress
  • und Arteriosklerose.

Dies wird durch die durchblutungsfördernden und zellerneuernden Eigenschaften erreicht.

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Quellen:

[1]: Mosetter, Dr. med. Kurt/Cavelius, Anna/Pape, Dr. med. Detlef: Die Heitkraft der Ernährung, Gräfe und Unzer Verlag, 1 Auflage 2012, S. 130

[2]: Dantse Dantse: KREBS hasst Himbeeren, fürchtet Safou und kapituliert vor Moringa. indayi edition, 2018

[3]: Göppel, Helmut/Kirschner, Sabine: Handbuch der Pflanzenöle für Praxis, Wellness und Hausapotheke, Param Verlag, 2014

Hinweis: